Bodega Barcelona – Innenstadt (BBBB_)

Bodega Barcelona – Innenstadt

Kleine Bockenheimer Str. 10, 60313 Frankfurt am Main

 17.09.2008

Fuffzehn Mann auf des toten Manns Kiste,
Jo-ho und ’ne Buddel mit Rum!
Fuffzehn Mann schrieb der Teufel auf die Liste,
Schnaps und Teufel brachten alle um! Ja!

Dieses Liedchen hatte ich unwillkürlich vor mich hingesummt, als ich kürzlich die Bodega Barcelona betrat… finster, eng, niedrig – die Spanier nennen diese Art von Kneipen “cutre” (sowas wie schäbig und schmierig – aber irgendwie knuffig). Ich hatte acht Plätze für meinen auslaufenden Katalanischkurs reserviert (Katalanisch -> Katalonien -> Barcelona -> Bodega Barcelona… der Gedankengang ist klar, oder?).

Die Bodega ist wohl der perfekte Ort um sich voll laufen zu lassen, denn unter den Tisch fällt hier keiner – ist nämlich von jedem beliebigen Ort immer nur ein Schritt bis zur Wand. Ausserdem stehen einige Balken frei im Raum und machen alles noch dunkler und verwinkelter. In der Ecke neben der Tür ist eine Bar gequetscht, die ungefähr die Grundfläche (m)eines Kleiderschranks hat. Den tendenziell kleiner gewachsenen Spaniern (falls sich denn ab&zu welche hierher verirren) wird das vielleicht nicht so auffallen, aber mir (normalwüchsig: 1,88m) schon: die BB ist nicht nur klein, sondern auch niedrig – ich habe mich hier wie der bucklige Diener von Dr.Frankenstein bewegt (“Igor, es ist soweit!” – “Ja Meister..”).

An der Bar stand John Silver, ein graubärtiger Pirat mit Holzbein und Papagei auf der Schulter, der mit dem Eisenhaken, der seine rechte Hand ersetzt, erstaunlich geschickt Rum an die Piraten-Stammkunden der Bodega ausschenkt…
…nee Quatsch. Da steht ein mediterraner Typ, der sich auf Nachfrage als Türke entpuppte. Soweit ich erkennen konnte verfügte er noch über alle Extremitäten, aber der Pirat wäre mir lieber gewesen. Der hätte gepasst.

Wie man sieben Katalanischschüler und eine Katalanischlehrerin in diesen kleinen Schankraum bekommt? Vielleicht mit tief Ausatmen und Einschmieren mit deutscher Markenbutter – ansonsten gar nicht; Man geht über eine enge, schiefe Stiege im hinteren Bereich der Bar nach oben und da ist noch ein zweiter Raum mit vier Tischen und der räumlichen Ausdehnung eines Autostellplatzes.

Um den Anspruch der Bodega nochmal etwas zu illustrieren: Man ist hier sehr stolz auf die Spezialität des Hauses – eine Eigenentwicklung – weisse Sangria (seufz augenverdrehkopfschüttel). Man will hier also keinen Michelin-Stern. Die Tapas, die man hier bekommt, sind also keine Haute Cuisine (aufgeschnittene Salami, Weissbrotscheiben mit etwas fader Knobi-Mayo u.ä.). Es gibt auch verschiedene Gambas-Gerichte die ich mir aber nach der Tapas-Vorspeise lieber erspart habe. Stattdessen hab ich noch eine Lage Tapas mit etwas mehr Rotwein (Mitesser/-trinker-Zitat „der tut nicht weh“) runtergespült.

Der Service – pardon, sagen wir lieber der Kellner – schaute regelmäßig an den Tischen im 1.OG vorbei (regelmäßig = so etwas alle halbe Stunde mal). Man merkte der Bedienung an, daß sie eine „professionelle Distanz“ zu ihrer Tätigkeit hat, d.h. ich hatte den Eindruck die Gäste waren dem Kellner Schnuppe. Immerhin sah er uns nicht als allzu große Störung… dafür ein Dankeschön!

Die Preise sind hier – für das was an Qualität und Menge geboten wird – recht ambitioniert (Teller Alioli – Brot mit fader Knobi-Mayo, Ihr erinnert Euch? – ca. 8€, Flasche erträglicher Rioja 20€). Ist halt doch ne Piratenkneipe. Jo-ho – und ne Buddel voll Rum!

FAZIT:
Der Ort an sich ist schon ein Original – das kann man sich schon mal anschauen. Darüber hinaus sollte man aber nicht allzu große Erwartungen mitbringen. Preise zu hoch. Service ist nicht der Rede wert.

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