Business- und Frequent Traveller-Lounge im Flughafen – Zürich (BBBB_)

Business- und Frequent Traveller-Lounge im Flughafen – Zürich

Zürich Flughafen, 8058 Zürich

 24.05.2011

   

Da ich nun grad mal hier sitze und nichts Besseres zu tun habe, kann ich endlich mal etwas machen, das ich mir schon lange vorgenommen hatte:
Meine Serie der Flughafen-Lounge-Tests zu beginnen – gleich hier in der Business Lounge in Zürich!

Das hier ist die mondäne Welt der Quasi-Jet-Setter (wieso „quasi“? Weil die echten Jet-Setter – nein, nicht in der Senator-Lounge – in der First-Class Lounge sind). Man ahnt schon, dass in diesem merkwürdigen Limbo der gepflegten Langeweile ein striktes Kasten-System herrscht. Ich z.B. mit meinem, während meines vorletzten Urlaubs in Hongkong äusserst preiswert erworbenen No-Name-Trolley und zerknittertem, bei genauem Hinsehen leicht befleckten Hemd, erregte beim Betreten sofort das Misstrauen des Swiss-Empfangs-Zerberus. Umso mehr als ich noch nicht mal ein echter Business-Passagier bin.

„Die Karte.“ In diesen beiden Worten steckt bereits eine Menge Information:
1) Ich habe nur ein Economy-Ticket und dürfte hier normalerweise gar nicht rein
2) Ich bin ein FTL und darf trotzdem rein und
3) dem Ton nach hält die ältere Swiss-Dame mit der Bibliothekar-Brille das für eine Art „Gesetzes-Lücke“.

Ich krame meine Kartensammlung aus dem Handgepäck (ganz unten – logisch) und zeige ihr die Karte. „Ah – Lufthansa. Danke.“ (Ich kann den Ton schlecht wiedergeben, aber ich glaube einige Swiss-Mitarbeiter haben noch immer nicht verwunden, dass sie nun zur LH gehören).
Sie hat ja schon auf meinem Ticket gesehen, dass ich FTL bin. Oder um das Bild des Kastensystems zu verwenden: eine Stufe über den ‚Unberührbaren‘ bin (den normalen Economy-Passagieren – diesen Würmern!).

Nun ja – jetzt steht einem Eintauchen in diese exklusive Glitzerwelt der Vielflieger und Business-Reisenden nichts mehr im Wege. Ich muss zugeben, dass ich früher eine etwas romantische Vorstellung von solchen Lounges hatte. Nach einer kurzen Treppe öffnet sich vor meinem erwartungsvollen Blick…

Wartesaal

…ein Wartesaal. In langen Reihen aufgestellte Kunstleder-Sessel. Besetzt hauptsächlich mit Anzugträgern, die auf ihren Notebooks wiiihiichtige Dinge erledigen.

Wichtig

Der Altar in diesem Tempel der exklusiven Tristesse ist – wie immer – das Buffet mit Self-Service-Bar. Grade ist Frühstückszeit, also gibt es Croissants und Mini-Brötchen, sowie portionierte Butter, Honig und Pfirsich-Marmelade.
Ständiges Angebot sind Früchte und Knabberzeugs.

An der Bar gibt’s verschiedene Sorten Limonade, stilles Wasser und eine erstaunlich breite Auswahl (nicht allzu hochwertiger) Spirituosen: Gordons, Martini, Amarula, JW Red Label etc. Tatsächlich ist die Auswahl so groß, dass ich mich schon gefragt habe, ob Alkoholismus bei Vielfliegern ein Thema ist?!?
Ah ja – und eine ganz gute Kaffee-Maschine.

Das Buffet ist auch der Ort an dem man einen weiteren Unterschied unter den Besuchern beobachten kann:
Die Routiniers – nehmen einen Kaffee oder Saft (die Alkoholiker wohl jew. mit Wodka).
Die Rookies – Ein Saft, ein Wein, ein Latte Macchiato, ein gehäufter Teller mit Was-auch-immer-grad-zu-essen-auf-dem-Buffet-ist, ein Schälchen Erdnüsse und eine Banane.

Yummy

(Nein, nur der Fuß ist meiner. Ich selbst bin übrigens noch in der Transitionsphase: Hab meinen Macchiato getrunken und esse grad die Banane)

Natürlich gibt’s hier auch die unvermeidlichen Zeitungen – aber hier haben sie einen Aufkleber: „For Lounge Use Only“. Die Exklusivität ist also auch hier gewahrt.

Damit übrigens den diversen Manager-Spielzeugen bei längeren Wartezeiten nicht der Saft ausgeht, sind jew. zwischen den Sesseln Konsolen mit Steckdosen.

Die Raumdeko ist nicht komplett trostlos, sondern zeigt schüchterne Ansätze von Raumgestaltung (auch wenn man vor dem letzten Schritt – Zimmerpflanzen und Bilder an der Wand zurückgeschreckt ist).

Langeweile

Da ich gerade eine SMS von Swiss erhalte, dass mein Flug sich um 30 Min verzögert, mache ich noch einen schnellen Bluetooth-Scan im Raum. Das Ergebnis fällt erwartungsgemäß aus: 10 Geräte die Herstellernamen tragen, 5 ohne Namen, 2 mit Nachnamen (zum Vergleich: Mein Telefon trägt den freundlichen BT-Namen „Mysterious Stranger :)“.

Kleiner Nachgedanke der mir grade kommt: Anstatt Bezahl-WLAN und Steckdosen für die Laptops sollte man in solchen Lounges besser Sofaecken mit Gesellschaftsspielen aufstellen. Dann wirds hier auch etwas fröhlicher und man lernt sich mal kennen… vielleicht kann man dann auch auf die Dauer das Alkohol-Angebot etwas zurückfahren – denn wenn man die Business-Reisenden mal aus ihrer sozialen Isolation holt, saufen sie vllt auch weniger?!

FAZIT:
Gute Lounge: Weiche Sitze, ab&zu was Warmes zu essen (letztes Mal war ich so um 16:00 Uhr da – da gab’s nur saure Gurken und Oliven). Recht gut sortierte Bar. Im Großen und Ganzen sauber. Toiletten ok. Auch Duschen sind vorhanden.

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