Bonusmeilen-Gedanken

Ich dachte ich schreibe mal was in eigener Sache – über Bonusmeilen nämlich.

Zur Einstimmung ein durch den Wolf gedrehtes Gedicht von Robert Frost:

Der Lounges Buffet zieht mich an,
doch muss zu meiner (Air)Line ich stehn,
und Meilen gehn,
bevor ich reinhaun kann.

Man könnte ja meinen, dass man, wenn man (wie ich z.B.) mehrmals im Monat innereuropäisch fliegt, jede Menge Meilen sammeln würde. Immerhin – Frankfurt-Barcelona sind doch bestimmt 1000 Meilen! Oder? Hmja – gemäß Google Maps sind es ca. 1300 km (Straße) – also sowas wie 800 Meilen. Doch nur so wenig? Hm. Na gut – aber ein Rückflug FRA-BCN-FRA müsste immernoch sowas wie 1400 Meilen bringen.

Schauen wir mal… also in meinem Miles&More-Kontoauszug gibt’s für diese Strecke zwischen 125 und 1250 Meilen. Wir haben also schon einen gewissen Verdacht: Bonusmeilen haben womöglich nichts mit Entfernung zu tun, denn mit 125 Meilen käme ich nicht mal von Frankfurt bis Castrop-Rauxel. Hängt also wohl damit zusammen, wieviel man für sein Ticket bezahlt hat. Wie? Das ist doch logisch? Sry – aber das ist es ja gerade eben nicht. Wir haben uns nur so daran gewöhnt, dass Fluglinien ihre Rabattmarken „Meilen“ nennen. Das wäre überhaupt mal witzig, wenn man für seine Flüge richtige Klebemarken wie bei Rewe bekommen würde (statt 100 Meilen jew. eine Marke), die kann man dann in sein Miles-and-More-Sammelheftchen einkleben.
Hehe.. ein lustiger Gedanke. Beim Aussteigen fragt der Pilot die Passagiere „Sammeln Sie Treue-Punkte“? Und die ganzen Krawatten-Träger bekommen dann ihren Streifen Rabatt-Aufkleber, die sie am Besten gleich vorort einkleben.

Okidokey – das wird nicht passieren, denn dann würden irgendwelche Schlaumeier ihre M&M-Punkte (M&M = Miles and More) vielleicht auf Ebay verkaufen (so wie Rewe-Treue-Punkte). Die sollen aber nicht übertragbar sein, also wohl eher ein Modell für Ryanair – und da dann am Besten eine Klebemarke pro Meile um die Passagiere noch etwas zu quälen (und die Marken werden mit 5 Cent pro Stück berechnet – bitte passend zahlen. Kein Rückgeld).

Ach – hab ich noch vergessen: Wenn man bereits seine ersten Schulterklappen verdient hat (Frequent Traveller, Senator oder gar ein allmächtiger HON!), gibt’s noch einen kleinen Executive-Bonus dazu. Für Freqs gibt’s z.B. 25% mehr Meilen. Die müssen also zur Belohnung eine weitere Strecke zurücklegen als die Würmer mit einfachen blauen Meilen-Karten oder gar die nichtswürdigen Parias die nicht einmal das haben. Hm – da alle im selben Flugzeug sitzen und die Freqs&Co keine Bonus-Runde fliegen, wenn alle anderen schon ausgestiegen sind, können wir also als erwiesen annehmen, dass Bonusmeilen keine Entfernung messen.

Und überhaupt – wieso werden Meilen überhaupt gutgeschrieben? Wenn ich irgendwohin reise, weiss ich, wie viele Meilen das sind und die Entfernung, die ich zurückgelegt habe, ziehe ich davon ab. Oder!? Stattdessen häufe ich Meilen an – und als Stammkunde sogar noch mehr als andere. Schräg.

Naja – WTF! Wenn es dann mal gelungen ist, die ersten 15.000 Meilen bis zum ersten „Freiflug“ zurückzulegen (oder ‚anzusammeln‘ – klingt jetzt plötzlich dämlich, oder?), macht man eine überraschende Entdeckung: Der Bonus-Flug kostet ca. 160€ – wuas?? Jaja – der Flug ist Bonus, die Steuern und Gebühren nicht. Wenn man die auch nicht zahlen mag braucht’s nochmal 15.000 Meilen. Aaaalso – ja – 30.000 Meilen für einen echten Bonus-Flug. Wenn man – so wie ich meist – einen preiswerten 100€ (+/-)-Flug nimmt, für den man jew. 125 Meilen pro Flugabschnitt bekommt, muss man schon 240 Mal die Strecke FRA-BCN zurücklegen. Wow! Das ist oft.

Das hat Lufthansa auch gemerkt. Und damit in den Business-Lounges nicht die Distelbüsche über die Gänge rollen, hat man bei Lufti die klügsten Köpfe zusammengerufen und die haben sich Folgendes ausgedacht: Man sollte den „Vielflieger“-Status (Frequent Traveller) nicht nur über das Erreichen von X Meilen, sondern auch über ‚viel fliegen‘ bekommen (30 Flugabschnitte – das ist schaffbar)! Vielflieger einfach per viel fliegen? Klingt komisch, aber wenn man sich mal dran gewöhnt hat…

An dieser Stelle mache ich mal einen Cut – ich könnte mich zwar noch über den Umrechnungskurs EUR-Meile und Meile-EUR auslassen (denn man kann Meilen ja auch kaufen, ohne zu fliegen – sehr praktisch, da hat man schon Zeit gespart…) oder über andere, noch merkwürdigere Arten von Meilen (bisher ging’s ja nur um Prämienmeilen, gibt aber noch Statusmeilen, HON Circle Meilen und -ganz neu- Select-Meilen).

Aber ich glaube ich habe erstmal genug Verwirrung gestiftet und lasse es jetzt gut sein.

Übrigens: Der/die aufmerksame LeserIn wird vllt fragen, wieso dieser Beitrag mit „Frankfurt“ getagged ist?! Gut aufgepasst! Einfach: In FRA gibt’s einige Lounges in die ich reinkomme, in BCN nicht.

…and miles to go before I eat.

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Ein Gedanke zu “Bonusmeilen-Gedanken

  1. Pingback: BMs Reisetipps, Teil 1/4 “Das sollte (und kann) jeder Flugreisende wissen und eigentlich immer beachten” | Bonusmile: Frankfurt - Barcelona etc.

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