Blockupy: Übers Ziel hinaus…

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Frankfurt ist ja eigentlich keine wirklich große Stadt. Aber dennoch besteht unsere kleine aber hohe Stadt zum Glück nicht nur aus Bars und Restaurants. Gut manchmal könnte man das vergessen, denn so richtigen „Metropolen-Rummel“ (positiv oder negativ) haben wir hier in FFM ja über weite Strecken nicht. Frankfurt ist nicht so groß wie New York oder so cool wie Berlin oder so extrem wie Paris, nicht so weltoffen wie Amsterdam. Ookok – da könnte ich jetzt noch lange weitermachen, aber ist schon klar was ich meine, oder?

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Aber wir haben hier Banken und wir haben die EZB. Gut – keine sehr schillernde Kulisse (jetzt mal abgesehen von der Skyline – die wird langsam), sondern eine, die derzeit eher negativ belegt ist. Aber wie heisst es so schön: Auch schlechte PR ist gute PR. So heisst es wenigstens…

Aber gestern: Da war die Einweihung des EZB-Turms im Ostend. Eine große Sache für Frankfurt – nicht nur weil Draghi und unser OB das Einweihungsband durchschnitten haben, sondern vor Allem weil Blockupy Tage vorher bereits Aktionen geplant hat. Und natürlich einen großen Protestmarsch, beginnend vor der EZB, zum Römer. Die Augen der Welt waren sozusagen auf Frankfurt gerichtet: die der Banker, der Steuerzahler, der Griechen, der Globalisierungsgegner, der EU-Nettozahler, der TTIP-Gegner und -leider- auch die der gewaltbereiten „Anti-System-Welt-Revoluzzer“.

Kleine Krawallpause...

Gut vorbereiteter Krawall… diese Schilde z.B. sehen zwar improvisiert aus, aber wenn man mal genauer hinschaut, steckt da ein gehöriges Maß Planung und Krawall-Erfahrung drin.

Da gab es dann auch die „üblichen Ausschreitungen“ wie z.B. beim G7-Gipfel, dem Weltwirtschaftdforum etc… so richtig mit Barrikaden, brennenden Müllcontainern, demolierten Autos (auch Polizei-Autos) und Wasserwerfer-Einsatz.
Es heisst, die Polizei sei von der Gewaltbereitschaft einiger Demostranten überrascht gewesen. Hm – auf mich wirkten die Sicherheitskräfte trotz Allem ganz gut präpariert – es waren Polizisten aus allen umliegenden Bundesländern zusammengezogen worden, ausgerüstet wie Ninja-Turtles, mit Wasserwerfern und Hubschraubern. Nein – überrascht haben die auf mich nicht gewirkt. Tja – und die Blockupy-Organisatoren, die waren auch überrascht – sagen sie zumindest. Das allerdings bezweifle ich jetzt mal, denn vorab wurden am Hauptbahnhof kleine Booklets in sechs verschiedenen Sprachen verteilt „Was tun wenn’s brennt“ – eine Fibel mit juristischer erster Hilfe, wenn man von der Polizei verhaftet wird. Honi soît qui mal y pense.

Übrigens: Schaut mal auf dem Foto – die Typen, die diese Schutzschilde gebastelt haben, waren keine Anfänger, sondern Krawall-Profis die sich gründlich für Ausschreitungen vorbereitet haben. Die Schilde sind aus aufgeschäumtem Kunststoff, d.h. sie fangen Schläge auf, saugen sich aber bei Wasserwerfer-Einsatz trotzdem nicht mit Wasser voll und decken dann den ganzen Körper ab ohne zu brechen.

Ich finde, dass man sich ruhig mal einige Minuten Zeit nehmen sollte um darüber nachzudenken, was die Blockupy-Proteste eigentlich zu bedeuten haben. Denn immerhin ist die Kritik von Blockupy nicht illegitim:

  • Das globale Finanzwesen, dessen Risiken nach wie vor weitgehend ungedeckt sind und die – wenn sie denn wieder mal eintreten (und das werden sie), vermutlich wiederum dem Steuerzahler aufgebürdet werden werden (das die Risikoprämien in guten Zeit natürlich in ganz andere Taschen fließen, versteht sich von allein)
  • die sehr harte Sparpolitik, die die Troika vielen EU-Ländern aufzwingt, oder auch…
  • den ungezügelten kapitalistischen Wildwuchs, der mit dem TTIP-Freihandelsabkommen der staatlichen Kontrolle vollends entzogen würde (–> nicht-öffentliche TTIP-Schiedsgerichte).

Und setzt man das ins Verhältnis zu einer dreistündigen teilweisen Lahmlegung des frankfurter Innenstadtverkehrs durch die Demo, dann bleibt das unter dem Strich doch eine ziemlich hilflose Geste von Seiten der Blockupy-Demonstraten, oder?

Diese Ausschreitungen allerdings lassen sich nicht rechtfertigen. Garnicht. Und bitte das jetzt auch nicht misszuverstehen, denn ich finde es gut, dass Ereignisse wie die EZB-Eröffnung nicht einfach lautlos über die Bühne gehen. Ich finde, dass man sehen soll, dass die Medaille zwei Seiten hat.

Allerdings ist es schade, dass es zwar so vieler Demonstranten bedarf um öffentliches Interesse zu erwecken, aber nur so weniger irregeleiteter Krawall-Junkies (denen die Sache vermutlich sowieso egal ist) um eine ansonsten friedliche Demo in ein schlechtes Licht zu setzen… Eben habe ich die Zahlen gesehen: 150 verletzte Polizisten, über 60 Autos zerstört oder beschädigt. Was haben sich diese Menschen nur dabei gedacht? Und dass die Blockupy-Organisatoren es nicht einmal schaffen sich davon richtig zu distanzieren, das finde ich einfach nur –sehr– schwach.

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2 Gedanken zu “Blockupy: Übers Ziel hinaus…

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