Moseleck – Bahnhofsviertel (BB___)

wpid-moseleck.jpgMoseleck
Moselstr.21
60329 Frankfurt am Main
Tel.: 069-236640
http://www.moseleck-ffm.de

Das Bahnhofsviertel in Frankfurt wird cool. Über die letzten Jahre haben dort immer mehr „Pseudo-Trash“-Bars, „Ganster-Style“-Bistros oder einfach nur Hipster-Läden eröffnet – Beispiele: Maxie Eisen, Plank, Bar Pracht, My Way, Urban Kitchen, Walon Rosetti etc.etc.

Aber es gibt auch einige Felsen in der Brandung – und einer dieser Felsen ist das Moseleck.

Das Moseleck ist das Gegenteil von cool – ist nicht einmal einer der trüschigen Äppler-Tempel, die von dieser Mischung aus Alt-Frankfurtern und japanischen Touristen leben, sondern die Art von Bar die Udo Jürgens gemeint hat mit „Die kleine Kneipe in unserer Straße“. Hier gibt’s nichts zu essen, Nur Sachen die man aus einem Glas zu sich nimmt.

Auf den ersten Blick – nicht besonders groß, Mobiliar stammt noch aus den 70ern, kleine Juke-Box mit deutschen Schlagerschnulzen, drei Spielautomaten die lautlos vor sich hin blinken und das einzige Moderne hier: Eine Großbild-Plasma-Glotze auf der vorzugsweise Fussball läuft.
A propos Fussball: Das ist hier ganz demokratisch gelöst – eine Wand für die Eintracht und eine für den FSV. Aber wir sind ja hier auch nicht in der St.Tropez-Bar und man ist tolerant. Der nette Typ, dessen leichter Tick nur nachlässt, wenn er ’ne Fluppe im Mund und ein Bier in der Hand hat, teilt z.B. meine Besorgnis um Borussia Dortmund und den Abschied von Kloppo. Ist schwer ihn davon zu überzeugen, dass er BM und seinen Kumpel jetzt NICHT zu einem Kurzen einläd. Irgendwie schade, aber ist klar was dann passieren würde – Die internationale Kneipen-Etikette verlangt dann eine Rückeinladung – und danach würde vermutlich Dieter mit einer Runde aufs Haus einspringen und so weiter…

Das erste kleine Pils kassiert Dieter, der Chef, direkt ab – is ja auch klar – er kennt uns ja nicht. 2,50€ – dafür bekommt man in anderen Lokalen in der Gegend nicht mal ein Glas Wasser. Netter Typ der Dieter. Ehemaliger Boxer – deswegen trägt er auch ein Goldkettchen mit einem goldenen Boxhandschuh um den Hals – und ein Typ, der im Moseleck wie ein Teil des Interieurs wirkt. Dieter kennt irgendwie jeden und wen er noch nicht kennt, wird auf nette Art „ge-screent“. Zwischendurch spendiert sich Dieter selber mal einen Kurzen und verzockt ein Paar Euro an einem der Automaten.

Währenddessen übernimmt der „Aushilfs-Barmann“ (auch schon 60+). Einige Gäste bedienen sich aber auch selbst an der Bar.

Jemand hat sich erbarmt und was in die Jukebox geworfen: Helene Fischer „Atemlos durch die Nacht“.

Dieter belehrt mit dunkler Brummelstimme einen schwäbischen Messebesucher, der draussen an dem Tisch auf der Straße sitzt, dass er, wenn er schon ein neues Pils bestellt, doch bitteschön auch gleich das leere Glas mitbringen soll, denn sonst müsste er immer raus gehen und die Gläser einsammeln.

Auf der Mitte vom zweiten Pils – Bonusmile und Kumpel müssen nicht mehr gleich bar zahlen(!) – verlassen drei Frauen das Lokal und Dieter bestätigt Bonusmiles‘ Verdacht: Das war Ingrid Steeger mit zwei Freundinnen. A propos Promis: Der Typ der da neben uns an der Bar saß und zufrieden lächelnd sein Blondes gesüffelt hat – und von Dieter vorher beim Betreten der Kneipe gleich mit „Na, wieder zurück von den Philippinen?“ begrüßt wurde – ich bin sicher das war Rüdiger Nehberg (kein Witz). Naja – aber das ist ja das Besondere am Moseleck: Hier sind tatsächlich alle gleich – die Krawattenträger, die Alkies, die Bauarbeiter, die Promis und die Touris und Messebesucher. Wenn man sich drauf einlässt, ist das Moseleck ein sehr entspannter Ort um ein Bierchen zu zischen und zusammen mit Wildfremden die Probleme der Welt zu lösen.

Als ich das erste Mal im Moseleck war, hatte ich mir vorgenommen, dass es auch das letzte Mal gewesen sein wird. Jetzt beim zweiten Mal hat’s schon nicht mehr wehgetan… eine Kneipe mit je-ne-sais-quoi.

Vielleicht ist es, weil das Moseleck kompromisslos ECHT ist. Und ‘echt’ ist selten in Frankfurt (ausser vllt ‚echt teuer‘)…

FAZIT:
Also ganz objektiv kann ich für das Moseleck gerade mal zwei “B”s vergeben, denn ich finde es nicht besonders ansprechend und das Angebot ist…okeeh. Das Publikum ist etwas strange. Ganz klar: Das Moseleck ist etwas für den “besonderen” Geschmack. Es wird nicht meine Stammkneipe, also kein Favorite. Und trotzdem – da ist irgendwas. Irgendwas…Ich vergebe mal einen Tipp, auch wenn ich jetzt nicht so genau begründen kann warum?!

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